Tilgungsrechner – Monatliche Rate einfach erklärt
Wie hoch wird deine monatliche Rate? Was bringt ein höherer Tilgungssatz? Und wie wirken sich Sondertilgungen aus? Hier bekommst du die Antworten — mit konkreten Rechenbeispielen, einer Vergleichstabelle und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Warum du deinen Tilgungsplan verstehen solltest
Viele Kaufinteressenten schauen nur auf die monatliche Rate — aber hinter dieser Zahl steckt ein komplexes Zusammenspiel aus Zinssatz, Tilgungssatz und Laufzeit. Wer diese Zusammenhänge versteht, kann gezielt Geld sparen und schneller schuldenfrei werden.
Ein Tilgungsrechner hilft dir, verschiedene Szenarien durchzuspielen: Was passiert, wenn du 2 % statt 1 % tilgst? Wie viel sparst du durch jährliche Sondertilgungen? Und wie hoch ist die Restschuld nach der Zinsbindung? Mit dem Tilgungsrechner von Finanzmappe kannst du all das sofort ausprobieren — kostenlos und ohne Anmeldung.
Wie funktioniert ein Annuitätendarlehen?
- Beim Annuitätendarlehen zahlst du eine gleichbleibende monatliche Rate (Annuität) aus Zins und Tilgung.
- Am Anfang besteht die Rate hauptsächlich aus Zinsen — die Tilgung ist noch gering.
- Mit jeder Rate sinkt die Restschuld. Dadurch sinkt der Zinsanteil und der Tilgungsanteil steigt automatisch.
- Am Ende der Laufzeit ist das Darlehen vollständig getilgt — wenn die Laufzeit lang genug gewählt wurde.
- Die Formel: Monatliche Rate = Darlehenssumme × (Zinssatz + Tilgungssatz) / 12.
Rechenbeispiel: 300.000 EUR Darlehen
- Darlehenssumme: 300.000 EUR, Zinssatz: 3,5 %, Tilgung: 2 % → monatliche Rate: 1.375 EUR.
- Davon im 1. Monat: 875 EUR Zinsen + 500 EUR Tilgung.
- Nach 10 Jahren: Restschuld ca. 228.000 EUR, bereits ca. 72.000 EUR getilgt.
- Nach 10 Jahren: insgesamt ca. 93.000 EUR Zinsen gezahlt.
- Mit 3 % Tilgung statt 2 %: monatliche Rate steigt auf 1.625 EUR, aber die Restschuld nach 10 Jahren sinkt auf ca. 192.000 EUR.
Tilgungssatz: 1 % vs. 2 % vs. 3 %
- 1 % Tilgung: Niedrigste Rate, aber Laufzeit über 40 Jahre. Gesamtzinsen extrem hoch. Nur in Ausnahmefällen empfehlenswert.
- 2 % Tilgung: Der Klassiker — guter Kompromiss zwischen tragbarer Rate und akzeptabler Laufzeit (ca. 25–30 Jahre).
- 3 % Tilgung: Höhere monatliche Belastung, aber deutlich schneller schuldenfrei (ca. 20–22 Jahre) und weniger Gesamtzinsen.
- Faustregel: Pro Prozentpunkt mehr Tilgung sparst du bei 300.000 EUR Darlehen und 3,5 % Zins über die Laufzeit ca. 40.000–60.000 EUR Zinsen.
- Empfehlung: Wähle den höchsten Tilgungssatz, den du dir bequem leisten kannst — mindestens 2 %, besser 2,5–3 %.
Was zeigt ein Tilgungsplan?
- Der Tilgungsplan listet für jeden Monat (oder jedes Jahr) auf: Rate, Zinsanteil, Tilgungsanteil und Restschuld.
- Er zeigt dir genau, wie sich dein Darlehen über die Zeit entwickelt.
- Du siehst, wann du die Hälfte getilgt hast und wann das Darlehen komplett abbezahlt ist.
- Ein guter Tilgungsplan berücksichtigt auch Sondertilgungen und Tilgungssatzänderungen.
- Die Bank ist verpflichtet, dir einen Tilgungsplan bei Vertragsabschluss auszuhändigen.
Sondertilgung — der Turbo für dein Darlehen
- Sondertilgungen sind zusätzliche Zahlungen, die direkt die Restschuld reduzieren — du sparst sofort Zinsen.
- Die meisten Banken erlauben 5–10 % der Darlehenssumme pro Jahr als kostenlose Sondertilgung.
- Beispiel: 10.000 EUR Sondertilgung bei 3,5 % Zins spart dir rund 350 EUR Zinsen pro Jahr — und das kumuliert sich.
- Achte im Kreditvertrag darauf, dass Sondertilgungen ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich sind.
- Tipp: Nutze Bonuszahlungen, Steuererstattungen oder Erbschaften für Sondertilgungen.
Zinsbindung und Anschlussfinanzierung
- Die Zinsbindung legt fest, wie lange dein Zinssatz garantiert gilt — typisch sind 10, 15 oder 20 Jahre.
- Nach Ablauf der Zinsbindung musst du eine Anschlussfinanzierung abschließen — zu den dann geltenden Marktzinsen.
- Steigen die Zinsen bis dahin, kann deine Rate deutlich ansteigen. Plane dieses Szenario bei der Tilgungsberechnung ein.
- Forward-Darlehen: Damit kannst du dir bis zu 5 Jahre im Voraus einen festen Zins für die Anschlussfinanzierung sichern.
- Je höher dein Tilgungssatz, desto niedriger ist die Restschuld bei der Anschlussfinanzierung — und desto geringer das Zinsänderungsrisiko.
Vergleichstabelle: Tilgungssätze im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt, wie stark sich der Tilgungssatz auf Laufzeit und Gesamtkosten auswirkt — am Beispiel eines Darlehens von 300.000 EUR bei einem Zinssatz von 4 %. Die Zahlen sind gerundete Richtwerte; dein persönliches Ergebnis kann leicht abweichen.
| Tilgungssatz | Monatliche Rate | Laufzeit | Gesamtzinslast |
|---|---|---|---|
| 1 % | 1.250 EUR | ca. 46 Jahre | ca. 390.000 EUR |
| 2 % | 1.500 EUR | ca. 28 Jahre | ca. 204.000 EUR |
| 3 % ✓ empfohlen | 1.750 EUR | ca. 21 Jahre | ca. 141.000 EUR |
| 4 % | 2.000 EUR | ca. 17 Jahre | ca. 108.000 EUR |
Grundlage: 300.000 EUR Darlehenssumme, 4 % effektiver Jahreszins, gleichbleibende Rate bis zur Volltilgung. Werte sind gerundete Näherungswerte ohne Berücksichtigung von Sondertilgungen.
Fazit: Der Unterschied zwischen 1 % und 3 % Tilgung beträgt in diesem Beispiel fast 250.000 EUR an Gesamtzinsen — bei einer Mehrzahlung von nur 500 EUR pro Monat. Das zeigt: Ein höherer Tilgungssatz ist eine der wirksamsten Stellschrauben überhaupt.
Der Zinseszins-Effekt: Warum höhere Tilgung überproportional spart
Viele denken: „Wenn ich 500 EUR mehr im Monat tilge, spare ich eben die entsprechenden Zinsen auf diese 500 EUR." Das stimmt — aber nur für den ersten Monat. In Wirklichkeit ist der Effekt deutlich stärker, weil du die Restschuld früher abbaust und dadurch in jedem folgenden Monat weniger Zinsen anfallenl. Das nennt sich negativer Zinseszins — zu deinen Gunsten.
Rechenbeispiel: 300.000 EUR, 4 % Zins
Das Ergebnis: Du zahlst 63.000 EUR mehr ein — und sparst ebenfalls rund 63.000 EUR Zinsen. Netto kostet dich die höhere Tilgung also fast nichts, du wirst aber viele Jahre früher schuldenfrei. Dazu kommt: Nach der vollständigen Tilgung fließt die gesamte monatliche Rate direkt in dein Vermögen statt in Zinszahlungen.
Anfangstilgung vs. effektive Tilgung – der wichtige Unterschied
Wenn du mit deiner Bank einen Tilgungssatz von 2 % vereinbarst, handelt es sich um die Anfangstilgung — also der prozentuale Anteil der Darlehenssumme, der im ersten Jahr getilgt wird. Da die monatliche Rate aber konstant bleibt und mit sinkender Restschuld weniger Zinsen anfallen, steigt der Tilgungsanteil automatisch an. Am Ende der Laufzeit besteht die Rate fast nur noch aus Tilgung.
| Zeitpunkt | Zinsanteil | Tilgungsanteil | Rate gesamt |
|---|---|---|---|
| Monat 1 | 1.000 EUR (67 %) | 500 EUR (33 %) | 1.500 EUR |
| Jahr 5 | ca. 910 EUR (61 %) | ca. 590 EUR (39 %) | 1.500 EUR |
| Jahr 15 | ca. 660 EUR (44 %) | ca. 840 EUR (56 %) | 1.500 EUR |
| Jahr 25 (Ende) | ca. 60 EUR (4 %) | ca. 1.440 EUR (96 %) | 1.500 EUR |
Grundlage: 300.000 EUR, 4 % Zins, 2 % Anfangstilgung. Die Zahlen sind gerundet. Das Wichtigste: Im ersten Monat wandern zwei Drittel deiner Rate direkt in die Tasche der Bank. Erst mit der Zeit kehrt sich das Verhältnis um. Das ist kein Fehler im System — es ist die Natur des Annuitätendarlehens.
Sondertilgungen richtig einplanen – mit Rechenbeispiel
Eine Sondertilgung ist eine außerplanmäßige Zahlung auf die Restschuld — zusätzlich zur regulären Monatsrate. Sie wirkt sich sofort aus: Die Restschuld sinkt, und damit auch die Zinsen in allen folgenden Monaten. Der Effekt ist erstaunlich groß.
Beispiel: Einmalige Sondertilgung von 10.000 EUR in Jahr 5
10.000 EUR einmalig einzahlen und knapp 8.500 EUR Zinsen sparen — das ist ein effektiver Zinssatz von 85 % auf deine Sondertilgung, deutlich mehr als jede risikolose Geldanlage bietet. Deshalb ist die Sondertilgung für Immobilienbesitzer oft die beste „Investition" überhaupt. Mehr dazu im Ratgeber Sondertilgung.
- Vereinbare beim Abschluss mindestens 5 % Sondertilgungsrecht pro Jahr — kostenlos.
- Nutze Steuererstattungen, Boni oder Erbschaften konsequent für Sondertilgungen.
- Auch kleine jährliche Sondertilgungen (z. B. 2.000 EUR) summieren sich zu großen Ersparnissen.
- Im Tilgungsrechner kannst du Sondertilgungen jahresweise eingeben und den Effekt sofort sehen.
Optimale Tilgung je nach Lebenslage
Es gibt keinen universell „richtigen" Tilgungssatz — er hängt von deiner Lebenssituation ab. Die folgenden Empfehlungen sind Orientierungswerte:
Junges Paar (20–35 Jahre), erstes gemeinsames Einkommen
Empfehlung: 1,5–2,5 % Anfangstilgung. In dieser Phase sind Jobwechsel, Elternzeit oder größere Ausgaben (Auto, Renovierung) wahrscheinlich. Eine niedrigere Rate schafft finanziellen Spielraum. Wichtig: Sondertilgungsrecht vereinbaren und nutzen, sobald das Einkommen steigt. Auch eine Tilgungssatzanpassungsoption ist sinnvoll.
Familie mit gesichertem Doppelgehalt (35–50 Jahre)
Empfehlung: 2,5–3,5 % Anfangstilgung. Wenn beide Partner berufstätig sind und das Einkommen stabil ist, macht ein höherer Tilgungssatz Sinn. Ziel: bis zum Renteneintritt schuldenfrei oder mit minimaler Restschuld. Bei Zinsbindung von 15–20 Jahren liegt der Kredit dann idealerweise vollständig getilgt oder die Restschuld ist problemlos umfinanzierbar.
Käufer kurz vor der Rente (50–60 Jahre)
Empfehlung: 4–6 % Anfangstilgung oder Volltilgerdarlehen. Wer mit 55 kauft und mit 67 schuldenfrei sein möchte, hat nur 12 Jahre Zeit. Das erfordert deutlich höhere Tilgung. Alternativ bietet ein Volltilgerdarlehen Planungssicherheit: Laufzeit und Rate sind so gewählt, dass der Kredit exakt bei Renteneintritt getilgt ist — kein Restschuld-Risiko.
Tilgungsrechner richtig nutzen – Schritt für Schritt
Ein guter Tilgungsrechner ist mehr als ein Ratenrechner — er zeigt dir den kompletten Tilgungsverlauf und macht verschiedene Szenarien vergleichbar. So gehst du am besten vor:
Darlehenssumme eingeben
Trage den Nettokreditbetrag ein — also den Kaufpreis abzüglich Eigenkapital. Vergiss nicht: Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) sollten aus Eigenkapital bezahlt werden und tauchen im Darlehen idealerweise nicht auf.
Zinssatz prüfen
Verwende den aktuellen Effektivzinssatz aus deinem Angebot. Im Tilgungsrechner gibt es oft zwei Felder: Sollzins und Effektivzins. Nutze den Effektivzins für die reale Kostenrechnung. Wenn du noch kein Angebot hast, orientiere dich an aktuellen Marktdurchschnittswerten.
Anfangstilgung wählen
Starte mit 2 % und erhöhe schrittweise. Beachte, wie sich Laufzeit und Gesamtzinslast verändern. Probiere auch 2,5 % und 3 %, um die Mehrbelastung pro Monat mit der Zinsersparnis zu vergleichen.
Zinsbindungsdauer einstellen
Wähle die geplante Zinsbindung (z. B. 15 Jahre) und schau dir an, wie hoch die Restschuld am Ende der Bindungsfrist ist. Das ist der Betrag, den du zu einem dann unbekannten Zinssatz weiterfinanzieren musst.
Sondertilgungen einplanen
Viele Rechner erlauben, Sondertilgungen jahresweise einzugeben. Probiere aus, was eine jährliche Sondertilgung von 3.000–10.000 EUR ausmacht. Der Effekt überrascht fast jeden.
Tilgungsplan herunterladen oder ausdrucken
Der Tilgungsplan zeigt dir monat- oder jahresweise: Zinsanteil, Tilgungsanteil, Gesamtrate und Restschuld. Speichere ihn für spätere Vergleiche und als Grundlage für Bankgespräche.
Häufige Fehler beim Tilgungsrechner
Diese Fehler kosten Käufer regelmäßig Tausende von Euro — oder führen zu finanziellen Engpässen in der Kreditlaufzeit:
Kaufnebenkosten aus dem Darlehen finanzieren
Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notar (ca. 1,5 %) und Maklerprovision (bis 3,57 %) summieren sich auf 10–15 % des Kaufpreises. Wer diese ins Darlehen nimmt, zahlt Jahrzehnte Zinsen darauf — und hat von Anfang an ein höheres Darlehen als nötig.
Zu niedrigen Tilgungssatz wählen aus Angst vor hoher Rate
1 % Anfangstilgung mag verlockend wirken, weil die Rate niedrig ist. Aber du bist damit 40+ Jahre in den Kredit eingebunden und zahlst fast das Doppelte der Darlehenssumme an Zinsen. Prüfe stattdessen, ob du nicht anderswo sparen kannst, um den Tilgungssatz zu erhöhen.
Inflation und Einkommensentwicklung nicht berücksichtigen
Eine Rate von 1.500 EUR fühlt sich in 20 Jahren durch Inflation und Einkommenssteigerungen meist deutlich leichter an als heute. Wer das berücksichtigt, kann oft von Anfang an etwas mehr tilgen — oder plant gezielt Tilgungssatzerhöhungen nach einigen Jahren ein.
Sondertilgungsrecht nicht vereinbaren oder nicht nutzen
Fast alle Banken bieten kostenloses Sondertilgungsrecht an — aber es muss im Vertrag stehen. Und selbst wer es vereinbart hat, nutzt es oft nicht. Dabei ist jede Sondertilgung effektiv eine renditestarke Anlage ohne Risiko.
Nur die Monatliche Rate vergleichen, nicht die Gesamtkosten
Bank A bietet 1.480 EUR Rate, Bank B 1.510 EUR. Wer nur die Rate schaut, wählt Bank A — ohne zu prüfen, ob Bank B vielleicht bessere Sondertilgungsrechte, kürzere Laufzeit oder niedrigere Gesamtkosten bietet. Vergleiche immer den Gesamtbetrag über die Laufzeit.
Restschuld bei der Anschlussfinanzierung ignorieren
Wer mit 1 % Tilgung beginnt, hat nach 15 Jahren Zinsbindung noch über 80 % der Ursprungssumme offen. Falls die Zinsen bis dahin auf 6–7 % gestiegen sind, kann die neue Rate kaum noch tragbar sein. Plane immer, wie hoch die Restschuld nach der Zinsbindung ist — und ob du diese bei höheren Zinsen noch bedienen könntest.
Den Tilgungsplan verstehen und prüfen
Der Tilgungsplan ist ein zentrales Dokument deiner Baufinanzierung. Er zeigt dir für jeden Monat — oder jedes Jahr — genau, wie viel du zahlst, wie viel davon Zinsen sind und wie hoch die verbleibende Restschuld ist. Die Bank ist gesetzlich verpflichtet, dir beim Vertragsabschluss einen Tilgungsplan auszuhändigen.
So liest du einen Tilgungsplan richtig:
- Spalte "Zinsanteil": Zeigt, wie viel deiner Rate an die Bank als Gebühr geht. Dieser Betrag sinkt mit jeder Rate.
- Spalte "Tilgungsanteil": Der Teil, der deine Schuld verringert. Steigt mit der Zeit.
- Spalte "Restschuld": Dein aktueller Schuldenstand nach jeder Zahlung. Damit siehst du, was du noch schuldest.
- Jahreszeile: Viele Pläne fassen die 12 Monatsraten zu einem Jahreswert zusammen — einfacher zu lesen.
- Sondertilgungszeile: Falls du Sondertilgungen geplant hast, erscheinen sie als zusätzliche Tilgungsposition.
Was du beim Tilgungsplan prüfen solltest:
- Stimmt die Restschuld am Ende der Zinsbindung mit deiner Planung überein?
- Ist der Tilgungsplan auf Basis des Effektivzinssatzes erstellt (nicht nur Sollzins)?
- Sind vereinbarte Sondertilgungsrechte im Plan berücksichtigt?
- Wann ist laut Plan das Darlehen vollständig getilgt — und liegt das vor dem Renteneintritt?
- Stimmt die Gesamtsumme aller Zahlungen (Zins + Tilgung) mit dem überein, was dir mündlich gesagt wurde?
Du kannst den Tilgungsplan jederzeit auch bei deiner Bank anfordern — zum Beispiel wenn du überlegst, den Tilgungssatz zu ändern oder eine Sondertilgung zu leisten. Weitere Hintergründe zur Zinsentwicklung in der Baufinanzierung und wann sich eine Anschlussfinanzierung lohnt, findest du in unseren Ratgebern.
Tipps für die optimale Tilgungsstrategie
- Starte mit mindestens 2 % Tilgung — unter 2 % lohnt sich bei aktuellen Zinsen kaum noch.
- Nutze Sondertilgungsmöglichkeiten konsequent — jeder zusätzliche Euro spart dir Zinsen.
- Vereinbare die Option, den Tilgungssatz während der Laufzeit ändern zu können.
- Berücksichtige bei der Planung auch die Restschuld am Ende der Zinsbindung.
- Nutze den Finanzmappe-Tilgungsrechner, um verschiedene Szenarien bequem durchzurechnen.
- Lies den Tilgungsplan sorgfältig und prüfe alle Zahlen vor der Unterschrift.
Fazit: Tilgung ist mehr als eine Zahl
Der Tilgungssatz ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Baufinanzierung — und gleichzeitig eine der am häufigsten unterschätzten. Ein einziger Prozentpunkt mehr Tilgung kann über die gesamte Laufzeit Zehntausende Euro Zinsen sparen und dich viele Jahre früher schuldenfrei machen.
Die Grundregel: Wähle den höchsten Tilgungssatz, den du dir dauerhaft und komfortabel leisten kannst — ohne dein Leben einzuschränken. Denn ein Kredit, der dich monatlich unter Druck setzt, ist kein guter Kredit. Nutze zusätzlich das Sondertilgungsrecht, wann immer es die Situation erlaubt.
Spiele verschiedene Szenarien mit dem Tilgungsrechner von Finanzmappe durch — kostenlos, ohne Anmeldung und mit vollständigem Tilgungsplan. So gehst du mit konkreten Zahlen in jedes Bankgespräch.
Häufige Fragen zum Tilgungsrechner
Was ist der Unterschied zwischen Tilgungssatz und Tilgungsrate?
Der Tilgungssatz ist der prozentuale Anteil der Tilgung an der Darlehenssumme pro Jahr, zum Beispiel 2 %. Die Tilgungsrate (oder Tilgungsanteil) ist der konkrete Eurobetrag, der monatlich auf die Restschuld angerechnet wird. Da der Tilgungsanteil mit jeder Rate steigt, entspricht die tatsächliche effektive Tilgung am Ende der Laufzeit deutlich mehr als der vereinbarte Anfangstilgungssatz.
Wie viel Tilgung brauche ich, damit ich bis zur Rente schuldenfrei bin?
Das hängt von deinem Alter beim Kauf, dem Zinssatz und der Darlehenssumme ab. Als Faustregel gilt: Je früher du kaufst, desto mehr Zeit hast du und kannst mit 2–3 % Tilgung auskommen. Kaufst du mit 45 Jahren und möchtest mit 67 schuldenfrei sein, brauchst du bei typischen Zinssätzen oft 4–5 % Anfangstilgung. Der Tilgungsrechner von Finanzmappe zeigt dir genau, in welchem Jahr das Darlehen endet.
Kann ich den Tilgungssatz während der Laufzeit ändern?
Das hängt vom Vertrag ab. Viele Banken bieten sogenannte Tilgungssatzwechsel an — meist ein- bis zweimal pro Jahr kostenlos, innerhalb eines vereinbarten Rahmens (z. B. 1–10 %). Diese Flexibilität ist besonders wertvoll, wenn sich dein Einkommen ändert. Achte beim Abschluss darauf, dieses Recht explizit zu vereinbaren.
Was bedeutet Restschuld nach der Zinsbindung?
Nach dem Ende der Zinsbindungsfrist ist dein Kredit in der Regel noch nicht vollständig getilgt. Die verbleibende Summe heißt Restschuld. Sie muss dann mit einem neuen Darlehen (Anschlussfinanzierung) zu aktuellen Marktzinsen weiterfinanziert werden. Je höher deine Tilgung war, desto kleiner ist die Restschuld und desto geringer das Risiko steigender Zinsen.
Ist ein niedrigerer Tilgungssatz immer schlechter?
Nicht unbedingt. Für junge Käufer mit unsicherem Einkommen oder geringem Eigenkapital kann eine niedrigere Rate zunächst sinnvoll sein — wichtig ist dann, das Sondertilgungsrecht zu nutzen, sobald mehr Mittel vorhanden sind. Kritisch wird es, wenn der Tilgungssatz so niedrig ist, dass man das Darlehen nie vollständig tilgt oder erst nach dem Rentenalter schuldenfrei wird.
Wie berechne ich den Tilgungsrechner manuell?
Die monatliche Rate ergibt sich aus: Rate = Darlehenssumme × (Monatszinssatz + Anfangstilgungssatz/12) / (1 − (1 + Monatszinssatz) ^ (−Laufzeit in Monaten)). In der Praxis nutzt du einfach einen Online-Rechner wie den von Finanzmappe — er erspart dir die komplexe Formel und liefert sofort den vollständigen Tilgungsplan.
Was ist ein Volltilgerdarlehen?
Bei einem Volltilgerdarlehen ist die Laufzeit so berechnet, dass der Kredit exakt am Ende der Zinsbindung vollständig getilgt ist. Du brauchst keine Anschlussfinanzierung. Der Vorteil: kein Zinsänderungsrisiko. Der Nachteil: höhere monatliche Rate. Es eignet sich besonders für Käufer, die Planungssicherheit wollen und die höhere Belastung tragen können.
Wann lohnt sich eine längere Zinsbindung?
Bei historisch niedrigen Zinsen ist eine lange Zinsbindung (15–20 Jahre) fast immer empfehlenswert — du sicherst dir günstige Konditionen für viele Jahre. Bei hohen Zinsen wie heute kann eine kürzere Bindung sinnvoll sein, um bei einem Zinsrückgang schneller neu verhandeln zu können. Die Entscheidung hängt auch von deiner Risikobereitschaft und deinem geplanten Tilgungssatz ab.